Brandübungscontainer des LFV Bayern
Posted by martinspilger in Allgemein on 09-10-2009
In der Woche vom 05.10. bis zum 09.10.09 stand der Brandübungscontainer des LFV Bayern in der Sport- und Kulturhalle in Eisenbach. 64 Atemschutzgeräteträger aus Obernburg, Eisenbach, Mömlingen, Erlenbach, Niedernberg, Trennfurt und aus dem ICO nutzten die Gelegenheit zu einem Training unter realistischen Bedingungen.
Schutzkleidung und umluftunabhängiger Atemschutz sind das Rüstzeug der Feuerwehrleute. Wichtig dabei ist, dass die Ausrüstung die aus einer Überjacke, Überhosen, Sicherheitsstiefeln, Schutzhandschuhen und Flammschutzhaube besteht komplett ist und vor allem richtig angelegt wird, denn beim realistischen Üben von Einsatzsituationen in einem Brandübungscontainer („Labor“) beobachten die Teilnehmer den Brandverlauf. Die Einrichtung (Möbel) wird durch eingehängte Spanplatten mit einer Fläche von 10 m² simuliert, das entspricht einem Bruchteil der Holzfläche in einem eingerichteten Zimmer.
Durch die Wärmeeinwirkung des Initialsfeuers beginnen die Spanplatten auszugasen und liefern somit die Basis für die spätere Rauchgasdurchzündung (Flashover). Durch die äußerst schwierigen Sichtverhältnisse wird eine reale Situation erzielt. Die Übenden können erkennen, wie die Rauchschicht immer weiter nach unten absinkt. Während der Übung wird die offene Tür des Containers geschlossen, was bewirkt, dass der Rauch nicht mehr abziehen kann und die Sauerstoffzufuhr unterbunden wird. Die Verbrennung wird unvollständig und die Feuerwehrleute im Container haben durch die Verrauchung keinerlei Sicht. Nach einigen Minuten wird die Tür wieder geöffnet. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Öffnen einer Zimmertür in einer Wohnung. Sauerstoff strömt in den Brandraum, das Feuer wird sofort größer. In der Rauchschicht, die sich ungefähr einen halben Meter über den Köpfen der knienden Feuerwehrleute befindet, bilden sich kleine Flammenzungen. Das ist der Beginn einer Rauchdurchzündung. Danach muss die hohe Rauchgastemperatur heruntergekühlt werden, da sich das Feuer sehr schnell ausbreiten und die Übenden gefährden würde. Mit Positionswechseln hat jeder teilnehmende Feuerwehrler die Möglichkeit, selbst einen Flashover zu bekämpfen. Hierbei trainiert der Teilnehmer den Umgang mit einem Hohlstrahlrohr und festigt somit den Umgang mit seinem Handwerkzeug. Temperaturen, die an der Decke vom Brandraum gemessen werden, liegen zwischen 600 und 800 ° Celsius (für die Ausgasung von Holz werden diese hohen Temperaturen benötigt). Auf Kopfhöhe der Feuerwehrkameraden sind es noch 50 bis 90 °C.
Zur Beobachtung der Teilnehmer ist im Container eine Wärmebildkamera installiert. So ist eine ständige Überwachung nach außen gewährleistet. Zusätzlich steht ein Rettungstrupp bereit. Während der Übung steht die Sicherheit der Teilnehmer an oberster Stelle. Ziel der Ausbildung ist es, die Atemschutzgeräteträger so zu sensibilisieren, dass diese eine Flashover-Gefahr erkennen und deren Durchzündung verhindern.
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, sowie drei Schulklassen der Grund- und Hauptschule waren zu den acht Durchgängen in der ersten Oktoberwoche am Container zugegen und beobachteten den Übungsverlauf der Wehrleute. Die Feuerwehren Obernburg und Eisenbach bedanken sich bei Bürgermeister Walter Berninger und der Stadtverwaltung Obernburg für die Unterstützung. Danke auch der Olympia Eisenbach die uns die Nutzung der benachbarten sanitären Anlagen gestattete. Während des Betriebs des Flashover-Trainingscontainers verursachte eine zeitweilige Rauchentwicklung. Die Blaukittel bedanken sich bei den unmittelbaren Anliegern des Sportgeländes für das Verständnis.
Die Kommandanten Martin Spilger (Obernburg) und Michael Grundmann (Eisenbach) zogen ein positives Resümée der Übungsdurchgänge. „Im normalen Übungsbetrieb haben die Atemschutzgeräteträger nicht die Möglichkeit unter realistischen Bedingungen den Brandverlauf und die Entstehung von Flashover-Situationen zu beobachten und gezielt zu bekämpfen“, so Spilger. „Der Übungscontainer ist so ein wichtiger Baustein in unserem Übungsplan.“ Und das ist in der Tat noch nicht alles in 2009: Am Dienstag, den 20.10. steht wieder der halbjährliche Besuch in der Atemschutzübungsstrecke bei der WF ICO an.
Bilder: Feuerwehr Obernburg

