Einsatz Hilfeleistungskontingent Hochwasser im Raum Barby
Posted by feuerwehr-obernburg.de in Allgemein on 21-06-2013
Zum Abschluss des Hochwassereinsatzes des Hilfeleistungskontingentes Hochwasser/Pumpen des Landkreises Miltenberg rückte am Mittwoch, den 19.06.2013 das Dekontaminationsfahrzeug vom Standort Obernburg als Gerätewagen mit Truppbesatzung nach Barby aus, um die zuvor von anderen Einsatzfahrzeugen im Schadensgebiet zurückgelassenen Pumpen und Geräte wieder zurückzuführen.
Schon mit dem Eintreffen im Hochwassergebiet am Nachmittag erhielten Löschmeister Heiko Amrhein und Gruppenführer Patrick Barg den ersten Einsatzauftrag. Die Kanalisation in Sachsendorf musste wieder in Betrieb genommen und dafür zuvor ausgepumpt werden. An drei Stellen im Ort konnten Pumpen eingesetzt werden und diese brauchten bis zum Abend, bis die Kanalrohre vom Abwasser frei waren. Immer wieder erschwerten das im Abwasser schwimmende „Treibgut“ die Pumparbeit, das auch zügig die Geräte zusetzte. Erst gegen 20.30 Uhr konnten Amrhein und Barg in den Feierabend gehen.
Leiter der UG ÖEL Nord LM Steffen Schmitt ist mit nach Barby gefahren, um in Groß Rosenburg in der Kontingentsleitung mitzuarbeiten. So arbeitete er an Lagekarte, Einsatztagebuch und wirkte in der Kommunikation mit den verschiedenen Einsatzmitteln des Hilfeleistungskontingentes mit. Fireboard, Excel und Funkgeräte waren seine Handwerkszeuge.
Die Folgetage waren weiterhin von Pumparbeit geprägt. Auch als die Pegel längst fielen, stand das Wasser immer noch in zahlreichen Gebäuden. Stromausfälle in weiten Bereichen, die hohen Sommertemperaturen und die dadurch begünstigte Mückenplage erschwerten die Arbeit der Helfer enorm. Durch das Hochwasser waren auch immer noch zahlreiche Straßen unpassierbar, sodass für sonst kurze Wege große Umwege mit langen Fahrzeiten in Kauf genommen werden mussten. Auch die Sprachunterschiede zwischen den Einheimischen in Sachsen-Anhalt und den Helfern aus dem hessischen Sprachraum konnten zu Verwirrung führen. So wunderte sich Heiko Amrhein nicht wenig, als sich eine Anwohnerin mit „Knöpf“ vorstellte, obgleich sie gemäß eigenem Bekunden gar nicht „Knöpf“ hieß, sondern „Knöpf“, wie „Hösenknöpf“.
Zwischendurch bekamen die Helfer in Groß Rosenburg prominenten Besuch. Kanzlerkandidat Peer Steinbrück verschaffte sich einen Eindruck vom Schadensumfang vor Ort und nahm Kontakt mit der Bevölkerung und den Helfern auf. Und so bekam Patrick Barg den Auftrag mit dem Dekonfahrzeug die Politprominenz ins Schadengebiet zu chauffieren.
Nachdem bis gegen 17 Uhr noch die Keller von ca. einem Dutzend Mehrfamilienhäuser auszupumpen waren, wurde am Freitag Abend mit dem Aufladen der Pumpen und Geräte begonnen, die wieder zurück in den Landkreis Miltenberg überführt und auf die verschiedenen Standorte verteilt werden mussten. Gegen 20 Uhr war dann die Abfahrbereitschaft hergestellt.
Das gesamte Hilfeleistungskontingent des Landkreises Miltenberg rückte am Samstag Morgen ab und erst spät am Samstag Abend war das Fahrzeug grundgereinigt und wieder mit der regulären Beladung bestückt am Standort Obernburg.
Bilder: Feuerwehr Obernburg und Ulrich Meinhard (Volksstimme)

