Maibaum nach 15 Jahren wieder in Obernburg
Posted by feuerwehr-obernburg.de in Allgemein on 30-04-2008
Es begann mit einem Anruf von Heiko Amrhein in der Stadtverwaltung und endete in einem stimmungsvollen Abend: Obernburgs erste Maibaumaufstellung seit 15 Jahren. Dazwischen lagen für alle Beteiligten aufregende Wochen, denn von der Beschlussfassung bis zum tatsächlichen Fest war es ein ereignisreicher Weg.
Nachdem die Obernburger Feuerwehr unseren Bürgermeister Walter Berninger sowie die Vereine für ihre Idee der Wiederbelebung alter Traditionen begeistern konnte, wurden die Aufgaben verteilt. Die perfekte Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Schützen, Feuerwehr, Musik- sowie Obst- und Gartenbauverein nahm ihren Lauf.
So weit, so gut. Wäre da nicht der uralte Zwist zwischen Obernburg und Eisenbach. Wie nicht anders zu erwarten, wurde der erste (im Eisenbacher Wald) gefällte Baum in zwei geteilt. Der zweite gefällte Baum konnte dagegen sicher auf Obernburger Boden gebracht werden und die Frauen und Männer der Feuerwehr wussten ihn gut zu bewachen. Als jedoch Obernburger erfolglos versuchten, den ersten, zerstückelten Maibaum zu rächen und den Eisenbacher Baum traditionsgemäß zu klauen, war auch klar: Jetzt ist Vorsicht geraten. Und tatsächlich – der Gegenangriff lies nicht lange auf sich warten. Doch auch dieser Versuch konnte vereitelt werden.
Auf einem Festzug wurde der von der Feuerwehr mit einem blau-weißen Bänderkranz geschmückte Baum am 30. April mit einem Pferdegespann durch die Altstadt gezogen. Musikverein, Zünfte, Schützen und Obernburger Persönlichkeiten begleiteten das Objekt Eisenbacher Begierde zu seinem Bestimmungsort. Die Böllerschüsse der Schützen ließen dann verlauten, dass es vollbracht ist: Obernburg hat wieder einen Maibaum!
Wegen des Regens mussten die Gäste vom Festplatz ins Feuerwehrhaus umziehen, was der Stimmung aber ‚keinen Abbruch tat. Spätestens als die Musiker sich unter die Gäste mischten, ihre strammen Lederhosen auf den Tischen zu Schau stellten und die Stimmung auf den Höhepunkt trieben, erkannten auch einige Gäste von der Hessischen Bergstraße: ‚Jetzt sind wir sicher, dass wir in Bayern sind!‘ und ließen sich von der Stimmung mitreißen. Für das leibliche Wohl mit Leberkäse, Bratwurst und Frikadellenbrötchen sorgte der Obst- und Gartenbauverein. Die Kehlen blieben auch nicht trocken, sollen doch mit dem erzielten Gewinn im nächsten Jahr die ersten Zunftschilder angeschafft werden.
Den flehentlichen Bitten, im nächsten Jahr keinen Maibaum mehr aufzustellen, weil es so einen Aufruhr erzeuge, werden wir selbstverständlich nicht nachkommen. Im Gegenteil: Nächstes Jahr kommt der Baum auf den Vorplatz des Rathauses – bis dahin sind die Renovierungsarbeiten an dem Verwaltungsgebäude nämlich abgeschlossen.
Text: Tanja Knöfler
Bild: Gundolf Völler

